Nach welchen Kriterien gebe ich Snips frei?

Jeder Snip, der in Merkurist-Newsrooms von Lesern eingestellt wird, muss erst von der zuständigen Redaktion geprüft werden – damit keine unpassenden oder radikalen Snips auf der Seite landen. Wie die Freigabe in bestehenden Newsrooms gehandhabt wird.

Nach welchen Kriterien gebe ich Snips frei?

Zu werblich, kein Newsroom-Bezug oder pure Panikmache – Gründe, die dagegen sprechen, manche Snips freizugeben, gibt es einige. Rund 11 Prozent der Snips, die in den Merkurist-Newsrooms eingestellt werden, überstehen die Prüfung durch die Redaktionen nicht – und werden deshalb nicht freigegeben.

Welche Snips freigegeben werden und welche nicht liegt grundsätzlich im Ermessen der verantwortlichen Redaktion. Aber wie handhaben bestehende Newsrooms die Snipfreigabe? Nach welchen Kriterien werden Snips freigegeben – oder abgelehnt? Hier sind unsere Empfehlungen zur Snipfreigabe:

1. Der Snip ist zu werblich

Snips, die versuchen, Werbung für ein Unternehmen, ein Produkt oder ein Lokal zu machen, werden in den bestehenden Newsrooms grundsätzlich nicht freigegeben.

Davon nicht betroffen sind Snips zu Neueröffnungen von Bars, Restaurants oder Geschäften – Neueröffnungen (vor allem in der Gastronomie) gehören unserer Erfahrung nach zu den Themen, die bei den Lesern mit am besten ankommen. Darüber hinaus wird in der Regel aber nicht berichtet: Snips, die beispielsweise einfache Events in Discos oder Änderungen an Konzept oder Angebot von bestehenden Geschäften zum Thema haben, werden meist nicht freigegeben.

2. Der Snip hat keinen Newsroom-Bezug

Ob lokale Newsplattform oder Special-Interest-Magazin: In Newsrooms von Merkurist wird es immer wieder vorkommen, dass Leser Snips erstellen, die keinen Bezug zum Newsroom haben.

Auch diese Snips werden in der Regel nicht freigegeben – außer die Redaktion des Newsrooms sieht eine Möglichkeit, das Thema auf den eigenen Newsroom herunterzubrechen.

3. Der Snip dient der Panikmache

Hin und wieder erstellen Leser Snips, die – oft nicht nur thematisch, sondern auch vom Wording her – Panik verbreiten und Fragen stellen, auf die es keine zufriedenstellende Antwort geben kann. Nach dem Axt-Angriff in einer bayerischen Regionalbahn 2016 wurde beispielsweise folgender Snip in einem der Newsrooms erstellt:

Hier gibt es keine grundsätzliche Regel und es muss von Fall zu Fall abgewogen werden. Hat die Redaktion bei einem solchen Snip jedoch ein schlechtes Gefühl, sollte sie ihn lieber nicht freigeben – auch zum Schutz der restlichen Leser.

4. Der Snip verletzt Persönlichkeitsrechte

Jede Stadt hat ihre stadtbekannten Gesichter. Oft sind es aber keine Lokalprominenten, sondern Privatleute, die durch ihr Auftreten Aufmerksamkeit auf sich ziehen – mal gewollt, mal unabsichtlich. Wie in diesem Snip, der in einem Newsroom erstellt wurde:

In diesem Fall wurde zusätzlich ein Foto des Betroffenen unter den Snip geladen. Er wurde von der Redaktion nicht freigegeben, da die Persönlichkeitsrechte des Mannes für sie weit über dem öffentlichen Interesse stehen und sie ihn nicht ungefragt an den Onlinepranger stellen wollte.

Welche Gründe es noch gibt

Natürlich gibt es auch andere Gründen, aus denen Snips nicht freigegeben werden. Das ist beispielsweise der Fall, wenn ein Thema erst kürzlich behandelt wurde und keine neuen Infos zu erwarten sind, der Snip unverständlich oder zu allgemein formuliert ist oder Beschimpfungen oder Hetze enthält.

Nicht wortlos löschen – sondern den Leser einbeziehen

Je nach Fall könnt Ihr Eure Leser per E-Mail anschreiben und sie bitten, Ihre Snips neu einzustellen – und sie konkreter, verständlicher oder neutraler zu formulieren. Und auch die Ersteller von Snips, die Ihr überhaupt nicht freigeben werdet, solltet Ihr anschreiben – einfach um Ihnen zu erklären, warum Ihr ihren Snip diesmal nicht freigeben könnt. So fühlen sich Eure Leser in die Entscheidung einbezogen und Ihr begegnet ihnen auf Augenhöhe.

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